Literaturskandal um zamonischen Großdichter

Anlässlich des gerade erschienenen Buches »Der Schrecksenmeister« hat der zamonische Autor Hildegunst von Mythenmetz schwere Vorwürfe gegen seinen Übersetzer Walter Moers erhoben. Moers antwortet schlagkräftig in der Wochenschrift »Die Zeit«. Für Leser des Buches dürfte die folgende Passage wichtig sein:

Ausgerechnet Hildegunst von Mythenmetz, der Gofid Letterkerls schmale Novelle zum dicken Roman ausbaut, sich also schamlos eines vorhandenen Fundamentes bedient, macht mir den Vorwurf des geistigen Diebstahls. Die Literaturgeschichte ist nicht arm an solchen Beispielen. Ist nicht letztendlich jede Reiseerzählung eine Odyssee? Ist nicht jedes epische Märchen ein Abklatsch der Nibelungen- oder Artussage? Jede Detektivgeschichte ist Edgar Allan Poe zu verdanken, der das Genre erfand. Und jedes Werk der Science-Fiction schuldet seine Existenz eigentlich Shakespeares Sturm. Sind deshalb alle Autoren von Märchen, von Detektiv- oder Science-Fiction-Romanen Diebe und Plagiatoren?

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P.S.: Wie wir herausfinden konnten, liegt dem Mythenmetzschen Roman wohl die Novelle »Schakal spendet Ziege« von Gofid Letterkerl zugrunde, auch wenn das Nachwort nur den viel späteren, abschwächenden Titel der Neuauflage »Echo, das Kätzchen« erwähnt.

2 Gedanken zu „Literaturskandal um zamonischen Großdichter“

  1. Ts, als nächstes wird uns Walter Moers wohl in die Kunst zamonischer Crosspromotion einweihen. Aber egal, solange Geschäftstüchtigkeit so amüsant daher kommt wie bei Moers, soll mir das recht sein.

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