Sven Hanuschek: Arno Schmidt (1)

Nach einer langen Pause nach dem Ende meiner Lektüre habe ich in den letzten beiden Tagen endlich eine ausführliche Besprechung der ersten umfangreichen Biographie über Arno Schmidt für den Bargfelder Boten geschrieben, die wahrscheinlich im September erscheinen wird. Sie wird später auch hierhin gesetzt werden.

Bis dahin möchte ich nur über einen einzigen Halbsatz dieses beinahe 1.000-seitigen Buches, der mir schließlich noch das ganze Buch verdorben hat, eine Bemerkung machen: Auf S. 844 heißt es über die Figur Ann’Ev’ aus Abend mit Goldrand: „trotz ihrer Herzkrankheit ist sie offensichtlich nicht ganz von dieser Welt“.

Wer so etwas schreiben kann, hat etwas ganz Wesentliches bei Arno Schmidt nicht verstanden: Ann’Ev’ ist nicht „trotz“ ihrer Herzkrankheit nicht ganz von dieser Welt, sondern weil sie immer auch von dieser Welt sein muss, ist sie herzkrank. Sapienti sat.

Sven Hanuschek: Arno Schmidt. München: Hanser, 2022. Pappband, Lesebändchen, 990 Seiten. 45,– €.

5 Gedanken zu „Sven Hanuschek: Arno Schmidt (1)“

      1. Ich kenne das durchaus auch. Z. B. von Jens Malte Fischer, der in seiner ähnlich umfangreichen Karl-Kraus-Biographie die Gedichtzeile „Bin Epigone, Ahnenwertes Ahner“ beharrlich zu „Ahnenswertes“ verstümmelt – und das, obwohl schon Kraus selbst gegen exakt diesen Fehler gekämpft hat (Fackel 857-863, S. 82–84.) Nach so etwas fragt man sich wirklich, wieso man von so jemandem so viele Seiten über Kraus lesen soll.

  1. In einem früheren – gelöschten? – Kommentar hatte ich mich verwundert, dass für den BB in den letzten Tagen eine Besprechung eines 20 Jahre alten Buches verfasst wurde. Sollte der Weise seiner Sapienta satt sein? (Ich nehme noch ein s von Kommerzienrat Wahnschaffe auf.)

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