Jean-Yves Ferri / Didier Conrad: Asterix und der Greif

Und wieder einmal ein nur eher mäßig gelungener Asterix-Band. Nach bewährtem Muster werden kleine Episoden aneinandergeklebt bis eben die 48 Seiten wieder einmal voll sind. Diesmal ist das Reiseziel die unendliche Weite Russlands (lateinisch: Barbaricum) und das napoleonische Heer ein römisches Expeditionsheer wurde von Cäsar ausgesandt, um den legendären Greif zu fangen und nach Rom in den Zirkus zu schleifen. Nun fragt man sich zu Recht, was denn das die Gallier angeht, und so muss der lokale sarmatische Schamane Terrine einen Traum haben, der ihm mitteilt, Rettung (wovor, wird an keiner Stelle geklärt) könne nur von den Galliern kommen, was ihn (den Schamanen, nicht den Traum) veranlasst, per Traumtelegramm seinen alten Kumpel Miraculix herbeizurufen, der natürlich in Begleitung von Asterix und Obelix kommt. Damit hat er auch schon seine Schuldigkeit getan. Am Ende erfindet er noch den Borschtsch, damit er überhaupt irgendetwas zu tun hat, während Asterix und Obelix eine Armee sarmatischer Amazonen davon abhalten, die Geschichte zu früh zu beenden.

Die Geschichte besteht hauptsächlich aus retardieren Elementen und stellt eine Art von Comic-Adaption des militärhistorischen Teils von Krieg und Frieden dar. Einige Details sind ganz witzig (skythische Scouts (vielleicht ist das Wortspiel auf Französisch lustiger), die eine Art von Reiseführersprache sprechen; die römische Legion, die von Aber- und Verschwörungsglauben jeglicher Art geplagt wird (dass der Haupt-Verschwörungstheoretiker buchstäblich grün ist, fand ich nun eher unwitzig); Idefix, der sich nebenbei zum Anführer eines Wolfsrudels mausert und sicherlich noch dies und das), aber insgesamt ist es eine eher langatmige, schlecht erfundene Geschichte, die mehr eine Ausrede für einen neuen Asterix-Band bildet, als dass sie wirklich für sich selbst stehen könnte.

Nun gut, in zwei Jahren kommt der nächste Band.

Jean-Yves Ferri / Didier Conrad: Asterix und der Greif. Asterix Bd. 39. Berlin: Egmont Ehapa, 2021. Bedruckter Pappband, 48 Seiten (28,8 × 22,4 cm). 12,– €.

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