Freud erzählt einen Witz

Und dann kommt die Pointe.
Grad die weiß ich nicht mehr.

Georg Kreisler

Natürlich erzählt Freud keinen Witz. Nicht, dass er gar nie einen Witz erzählt hätte; eher im Gegenteil. Das macht aber auch nichts: Das Buch ist eine grob chronologisch geordnete, anekdotisch gereihte Sammlung von Zitaten aus (oft ungedruckten) Briefen von und Erinnerungen an Sigmund Freud, die alle mehr oder weniger humorvoll bzw. pointiert sind. Für viele muss man nicht Freud sein, damit sie einem einfallen könnten, aber einige sind schon spezifisch. Das Ganze ist eine sehr vergnügliche Lektüre für ein Wochenende, auch wenn es dem eher sehr oberflächlichen Bild, das sich die Allgemeinheit von Freud macht, weiteren Vorschub leistet.

Gut gemeint ist es sicherlich auch, dass die Herausgeber wenigstens versuchen, Freuds theoretisches Nachdenken über Witz und Humor im Anhang zusammenfassend darzustellen, aber leider stehen auch hier Witze statt der Theorie im Vordergrund.

Doch kann man diesen theoretischen Anhang auch leichthin ignorieren und das Buch vollständig als Anekdoten-Sammlung lesen, also gelegentlich hier oder da aufschlagen und immer soweit durchschmarutzen, wie es gerade passt. Ein Nachttischbuch der besseren Sorte.

Freud erzählt einen Witz. Hg. v. Christfried Tögel u. Jörg-Dieter Kogel. Andere Bibliothek Bd. 492. Extradruck. Berlin: Aufbau, 2026. Bedruckter Pappband, Lesebändchen, 264 Seiten. 28,– €.

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