Heinrich Heine: Die romantische Schule

Die Literaturgeschichte ist die große Morgue, wo jeder seine Toten aufsucht, die er liebt oder womit er verwandt ist.

Nachdem sich Heinrich Heine 1831 dem immer drohenden staatlichen Zugriff auf seine Person durch eine Auswanderung nach Frankreich, genauer nach Paris entzogen hatte, sah er sich vor die Aufgabe gestellt, seinen Lebensunterhalt wenigstens teilweise durch seine Schriftstellerei zu finanzieren. Er verfiel auf den naheliegenden Gedanken, seine Kenntnisse der deutschen Kultur den Franzosen und sein wachsendes Wissen über die französische Kultur den Deutschen nahe zu bringen. Er verfasste daher eine ganze Reihe von Essays für französische und deutsche Zeitungen, die später als Zweitverwertung auch in Buchform erschienen, so auch „Die romantische Schule“ aus dem Jahr 1836.

Heine versteht seinen Text als Ergänzung und Korrektur des Bildes von der neuesten deutschen Literatur, das Franzosen aus Germaine de Staëls „Über Deutschland“ (1813), der allein schon aufgrund des napoleonischen Verbotes einflussreichsten französischen Darstellung der deutschen Gesellschaft und Kultur, beziehen konnten. Abgesehen von der publizistischen Wirksamkeit eines Widerspruchs gegen diese Autorität, genügt schon Heines eher kritische Haltung den Brüdern Schlegel gegenüber, um eine ausreichende polemische Distanz zu Staëls Urteilen zu erzeugen.

Heine thematisiert nicht nur die Romantische Schule – darunter versteht er im Wesentlichen das, was Germanisten heute zumeist als Jenaer Romantik bezeichnen –, sondern liefert eine breitere deutsche Literaturgeschichte, deren zweiter und dritter Teil sich auf die Autoren der Romantik konzentriert. Im ersten Teil finden sich Reflexionen über die bis dahin edierte mittelalterliche deutsche Literatur, die Anfänge der bürgerlichen Literatur im 18. Jahrhundert (besonders gelobt werden Lessing und Herder) und Goethe. Zusätzlich gibt es im dritten Teil ein maßvolles Lob Jean Pauls, den Heine mit Laurence Sterne vergleicht:

Wie Lorenz [!] Sterne hat auch Jean Paul in seinen Schriften seine Persönlichkeit preisgegeben, er hat sich ebenfalls in menschlicher Blöße gezeigt, aber doch mit einer gewissen unbeholfenen Scheu, besonders in geschlechtlicher Hinsicht. Lorenz Sterne zeigte sich dem Publikum ganz entkleidet, er ist ganz nackt; Jean Paul hingegen hat nur Löcher in der Hose.

Heinrich von Kleist oder Friedrich Hölderlin kommen als Außenseiter der großen Literaturströmungen in Deutschland beide nicht vor.

Im großen und Ganzen folgt Heine eher der Tendenz, mehr über die Autoren im allgemeinen als über bestimmte Werke zu reden. Zwar erwähnt er immer wieder einzelne Titel, insbesondere vermerkt er für die französischen Leser, welche davon ins Französische übersetzt wurden, aber die Darstellung liefert meist nicht mehr als eine grobe Übersicht der Fabel und vielleicht einige Glanzpunkte, wie sie einem auch nach länger zurückliegender Lektüre noch gewärtig sind. Hauptsächlich aber schreibt Heine mehr oder weniger spitze, aber immer zugespitzte Portraits der behandelten Autoren und eine in beinahe allen Fällen auch heute noch als ziemlich präzise anzusehende literargeschichtliche Einordnung. Heines salopp erscheinende, aber immer exakte Sprache, seine Kunst des Ab- und Ausweichens – so erzählt er etwa über Novalis’ „Heinrich von Ofterdingen“, den er möglicherweise nicht einmal gelesen hat, eine halb sentimentale, halb ironische Liebesgeschichte um ein junges, engelsgleiches Mädchen, in dessen Händen er das Buch immer gesehen habe – bereiten den eigentlich trockenen, akademischen Stoff einer Literaturgeschichte zu einer vergnüglichen Lektüre für den französischen Zeitungsleser auf.

Was mir bei dieser erneuten Lektüre allerdings zum ersten Mal so deutlich aufgefallen ist, ist Heines rabiate Opposition gegen den deutschen Katholizismus (den seines Gastlandes beurteilt er aus verständlichen Gründen weit milder), die sich natürlich aus Heines Konfrontation mit katholischen Kreisen in München erklärt, die gegen die Professur eines protestantisch getauften Juden erfolgreich intrigiert hatten. Heine lässt zwar erkennen, dass er die Motive wohl nachvollziehen kann, aus denen heraus sich die Romantiker der anscheinend dem Mittelalter noch näher stehenden Glaubenswelt des Katholizismus anschlossen, doch lässt er am deutschen Katholizismus selbst kein gutes Haar. Es mag nicht zuviel gesagt sein, dass am Ende die Neigung zum Katholizismus den Haupteinwand Heines gegen die „romantische Schule“ bildet, ja, eventuell sogar das Hauptmotiv dafür liefert, warum Heine sich selbst nur sehr eingeschränkt als Erbe dieser Literaturtradition begreifen möchte.

Wie ich selbst beim Wiederlesen feststellen durfte, taugt Heines „romantische Schule“ nur bedingt für den diejenigen, die sich zum ersten Mal dieser – frei nach Elias Canetti – „Hölle der deutschen Literatur“ nähern und ein solides Bild gewinnen wollen (was insofern keine kleine Kritik darstellt, als der Essay primär für ebensolche Leser geschrieben wurde), aber für alle, die sich selbst dort schon umgetan haben, ist es ein großes Vergnügen, Heine als Führer zu folgen.

Heinrich Heine: Die romantische Schule. In: Sämtliche Schriften, Bd. 3. Hg. v. Klaus Briegleb. u. Karl Pörnbacher. München: Hanser, 31996. S. 357–504. Leinen, Fadenheftung, zwei Lesebändchen. 54,– €.

Selbstverständlich auch in diversen anderen Ausgaben lieferbar.

Dominik Riedo: Wolf von Niebelschütz

Riedo-NiebelschützWolf von Niebelschütz ist, wie bereits an anderer Stelle gesagt, einer der bemerkenswerten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur: Ei­ner­seits von einer kleinen, aber stetig wachsenden Guppe von Lesern geschätzt, andererseits beinahe nie aus dem Schatten eines Geheimtipp-Daseins herausgetreten, dennoch mit seinen beiden Ro­ma­nen beinahe ununterbrochen lieferbar (sein Biograph Dominik Riedo schätzt die Gesamtauflage der beiden Bücher auf immerhin je 100.000 Exemplare) führt er eine jener langlebigen Randexistenzen der Li­te­ra­tur, die zeigen, dass der Literaturbetrieb doch noch nicht gänzlich auf das Geschäft der Controller heruntergekommen ist. Oder, um es mit einem anderen, wenn auch inzwischen deutlich bekannteren Au­ßen­sei­ter der deutschsprachigen Literatur zu sagen:

Und die eigentlichen ›Pfade‹ in der Literatur sind die Sackgassen, (auch die der Büchersucher und =finder)

Dominik Riedo hat nun im vergangenen Jahr die erste umfassende Biographie über Wolf von Niebelschütz herausgebracht. Das Buch zeugt mit seinen über 900 großformatigen Seiten nicht nur vom Fleiß des Autors, sondern vermittelt ein tatsächlich so vollständiges Bild von Leben und Werk, wie es sich derzeit erstellen lässt. Niebelschütz war zwar adeliger Herkunft, wuchs aber in bürgerlichen Verhältnissen auf, besuchte Schulpforta, begann anschließend in Wien Geschichte zu stu­die­ren, brach das Studium aber schon bald ab und wurde Journalist in Magdeburg bei jener Zeitung, für die auch sein Vater arbeitet. Neben der journalistischen Arbeit schrieb er Gedichte. Vom aufkommenden Nationalsozialismus hält er sich fern, wenn es auch wohl übertrieben wäre, ihn einen Gegner zu nennen (Riedo verschweigt dabei durchaus nicht die antisemitischen Tendenzen, denen Niebelschütz in dieser Zeit anhängt). Dann wird er zur Wehrmacht eingezogen, wobei er dazu neigt, das Soldatentum einerseits in Gedichten heldisch zu überhöhen, andererseits aber persönlich ziemlich unerträglich zu finden.

Noch während des Krieges beginnt Niebelschütz, angeregt durch die Lektüre eines Hofmannthal-Fragments, mit der Arbeit an seinem ersten großen Roman – zwei Romanversuche zuvor sind nicht zur Druckreife gelangt –, einem im 18. Jahrhundert im fiktiven Mit­tel­meer­in­sel­reich Myrrha spielenden Haupt- und Staatsroman, der nicht nur das Zeitalter des Barock mit seinen Umgangsformen und seinem Lebensgefühl feiert, sondern sich zugleich auch über genau diese Fas­zi­na­tion lustig zu machen versteht. „Der blaue Kammerherr“ erschien 1949 im jungen Suhrkamp Verlag, und es sah zuerst nach dem von Autor und Verleger erhofften Erfolg aus. Doch nach anfangs guten Verkäufen ließ das Interesse rasch und deutlich nach, so dass sich Niebelschütz in den Folgejahren als Vortragsredner und Auftragsautor für die deutsche Industrie verdingen musste. So erschien erst zehn Jahre nach seinem Debüt sein zweiter Roman „Die Kinder der Finsternis“, dem beim Publikum ein nahezu identisches Schicksal beschieden war. Dennoch sind beide Romane nie vollständig vom Buchmarkt verschwunden, und mit den Jahren ist Niebelschütz langsam zu dem Status eines wohlbekannten Geheimtipps gekommen, ein Schicksal, dass er zum Beispiel mit Albert Vigoleis Thelen teilt, was zeigen mag, dass es sich um kein so ganz einmaliges Phänomen in der deutschen Nachkriegsliteratur handelt.

Dominik Riedos Biographie ist eine wissenschaftlich orientierte Gesamtdarstellung, die nicht nur Leben und Werk, sondern auch die Rezeption besonders der beiden Romane umfassend würdigt, sowohl was das Feuilleton als auch was die germanistische Forschung angeht. Da das Buch übersichtlich und der Sache nach klar gegliedert ist, erlaubt es aber auch eine eher biographisch als li­te­ra­tur­wis­sen­­schaft­lich gewichtete Lektüre. Überhaupt muss man Riedo einen sprachlich stets klaren und nahezu immer beispielhaft objektiven Zugriff auf die dargestellte Sache bescheinigen; nur einige wenige im Ton schwär­me­ri­sche Stellen lassen hier und da den Fan durchschimmern.

Zu wünschen wäre eine von diesem Buch ausgehende, kürzere und preiswertere, an ein breiteres Publikum gerichtete Biographie Wolf von Niebelschütz’, die vielleicht eine Chance böte, diesen sprachlich ori­gi­nel­len und inhaltlich spannenden Autor, der sich dem Strom der zeit­ge­nös­si­schen Literatur nur wenig angepasst hat, einer noch größeren Leserschaft bekannt zu machen. Man darf jedenfalls gespannt sein, ob und wie sich die Wahrnehmung von Autor und Werk durch Riedos Biographie verändern wird.

Dominik Riedo: Wolf von Niebelschütz. Leben und Werk. Eine Biographie. Bern u.a.: Peter Lang, 2013. Bedruckter Pappband, Fadenheftung, 919 Seiten. 133,80 €.

Karlheinz Stierle: Dante Alighieri

Dantes Mythenbricolage aus Altem und Neuem Tes­ta­ment und eigenen visionären oder pseu­do­vi­sio­nä­ren Elementen im Einzelnen aufzulösen, ist hier nicht der Ort.

Stierle-DanteWieder einmal ein Sachbuch, das zumindest teilweise unter falscher Flagge segelt: Titel und Untertitel – „Dichter im Exil, Dichter der Welt“ – sowie der Umschlagstext lassen eher eine Biographie erwarten, doch den Schwerpunkt des Buches (drei der sechs Kapitel) bildet eine ausführliche, kommentierende Nach­er­zäh­lung der „Commedia“. Vorangestellt ist eine kurzgefasste Biographie Dantes und eine ebenso knappe Dar­stel­lung seiner frühen Schriften; den Abschluss macht ein Kapitel zur Re­zep­tion, wobei auch dieses kaum über einige erweiterte Stichworte hin­aus­geht.

Im Rahmen dessen, was das Buch leisten will, ist es, soweit ich das nachvollziehen kann, untadelig, wenn es auch trotz seiner Kürze nicht frei von Redundanzen ist; allerdings sollte man auch nicht zu viel erwarten. Schon den einigermaßen interessierten Laien dürfte kaum etwas an Stierles Nacherzählung überraschen; auch geht er zuverlässig auf alle populären Stereotype zur „Commedia“ ein. Dennoch eignet sich das Buch nur bedingt als erste Einführung, da es dafür zu hohe Ansprüche an die historische Vorbildung des Lesers macht. Wie so häufig bei Sachbüchern ist mir auch bei dieser Lektüre nicht recht klar geworden, für welche Zielgruppe der Autor das Buch verfasst hat. Wer seine Erinnerung an die „Commedia“ auffrischen will, ohne das ganze Buch noch einmal zu lesen, wird hier gut bedient; alle anderen werden das Buch wohl etwas enttäuscht zur Seite legen.

Karlheinz Stierle: Dante Alighieri. Dichter im Exil, Dichter der Welt. München: C. H. Beck, 2014. Pappband, 236 Seiten. 22,95 €.

Heiko Postma: Ein Großklassiker a. D.?

Postma-HauptmannGerhart Hauptmann ist ein komplizierter Fall der deutschen Literaturgeschichte: Hatte er als No­bel­preis­trä­ger in der Weimarer Republik ohne Zweifel den Status eines der bedeutendsten Vertreter der deutschsprachigen Literatur (er war sogar zeitweise als Kandidat für das Amt des Staatspräsidenten im Gespräch), so verführten ihn Eitelkeit und Über­heb­lich­keit dazu, sich mit den Vertretern des na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen Regimes einzulassen, ein Verhältnis, in dem wahrscheinlich auf beiden Seiten die Überzeugung herrschte, man nutze den jeweils anderen zum eigenen Vorteil aus. Nach dem Krieg ist es Hauptmann durch seinen Tod erspart geblieben, vom nächsten Regime instrumentalisiert zu werden; doch auch eine echte bürgerliche Re­ha­bi­li­tie­rung un­ter­blieb auf diese Weise. So besteht wohl auch heute noch bei den ohnehin nicht so zahlreichen Lesern, die sich über eine reine Schullektüre hinaus mit Hauptmann einlassen, ein im besten Fall zwie­späl­ti­ges Verhältnis zu diesem Autor.

Auch im Buchhandel spiegelt sich das eher komplizierte Verhältnis der Leser zu Hauptmann wieder: Einerseits ist die letzte umfangreiche Werkausgabe, die Centenar-Ausgabe von 1962 in elf Bänden, prob­lem­los greifbar, andererseits sind als Einzelausgaben nur die klassischen Schullektüren und die wenigen noch gespielten Dramen lieferbar. Vor zwei Jahren ist dann zu Hauptmanns 150-jährigem Geburtstag noch einmal pflichtschuldigst eine Biographie von Peter Sprengel er­schie­nen, doch kann man sich des Eindrucks eines langen Abgesangs nur schlecht erwehren.

Auch der lange Essay von Heiko Postma – nur eines in einer ganzen Reihe von literaturhistorischen Büchlein, die von dem Hannoveraner Autor im JMB Verlag erschienen sind – steht, wie sich bereits am Titel ablesen lässt, im Zeichen dieses eher ambivalenten Verhältnisses. Postma liefert nur eine rudimentäre Bio­gra­phie, ohne dabei allerdings Hauptmanns Eitelkeit, seinen Versuch, sich zum Nachfolger Goethes im 20. Jahrhundert zu stilisieren, seine Verwicklung mit dem Regime des Dritten Reichs etc. zu verschweigen. Doch die Hauptmasse des Textes bilden Werkbesprechungen und län­ge­re Zitate, besonders aus den Dramen und den heute fast durchweg unbekannten Versepen Hauptmanns. Von den Romanen bespricht Postma nur „Atlantis“ ein wenig ausführlicher, und die Erzählungen, unter denen sich ganz erstaunliche epigonale Perlen finden lassen, werden nur an einer einzigen Stelle en passant erwähnt. Zum Ausgleich glänzt Postma etwa mit einer ausführlichen Darstellung des Hauptmannschen Atriden-Zyklus, der als Ergänzung und Aufhebung der Goetheschen „Iphigenie auf Tauris“ konzipiert wurde und von dem Postma sicherlich zu Recht feststellt, dass er eine Präsenz auf den deutschen Bühnen verdient hätte.

Ansonsten wäre dem Bändchen eine etwas zurückhaltendere Ty­po­gra­phie ganz gut bekommen, aber das ist auch schon der einzige Kri­tik­punkt, den ich habe finden können. Für eine erste Einführung ist das Buch nicht umfassend genug, doch für alle, die sich für Hauptmann doch einmal über den „Bahnwärter Thiel“ hinaus interessieren wollen, liefert es eine spannende und originelle Auswahl von Lek­tü­re­an­re­gun­gen, die einem Zugänge zur umfangreichen Centenar-Ausgabe eröffnen können.

Heiko Postma: Ein Großklassiker a. D.? Über den Dramatiker, Erzähler und Vers-Epiker Gerhart Hauptmann (1862 – 1946). Hannover: JMB, 2009. Broschur, 66 Seiten. 9,80 €.

Reiner Stach: Ist das Kafka?

Stach-Ist-das-KafkaReiner Stach, der gerade seine gr0ße Kafka-Biographie mit dem dritten Band abgeschlossen hat, liefert mit „Ist das Kafka?“ ein Seitenstück, in dem Kafkas Person und Leben anhand von 99 Fundstücken anekdotisch dargestellt werden. Biographisch umfassen die im Großen und Ganzen chronologisch angeordneten, kurzen Kapitel die Zeit von Kafkas Schulzeit bis zu seinem Tod. Dabei legt Stach ein besonderes Augenmerk darauf, weit verbreiteteten Vorurteilen über Kafka und sein Leben entgegenzutreten. Daher erfährt man einiges über das Sexualleben des jungen Franz, aber auch über Familie, Freunde und Bekannte, seine Berufstätigkeit und nicht zuletzt auch sein Leben als Schriftsteller.

Die Fundstücke bestehen aus Texten Kafkas, sowohl aus dem zu Lebzeiten veröffentlichten Werk als auch aus dem Nachlass, Briefen und Tagebucheinträgen, Erinnerungen von Freuden und Bekannten sowie Fotos. Nahezu alle Kapitel sind mit einem erläuternden Kommentar Stachs versehen, doch stellt sich nirgendwo der Eindruck ein, dass Stach die jeweilige Quelle überschreibt, sondern er liefert nur den jeweiligen Kontext und gibt sparsame Hinweise zum Verständnis.

Ergänzt werden die Fundstücke im Anhang durch ausführliche biographische Notizen zu den Autoren der Quellen; daneben findet sich ein tabellarischer Lebenslauf Kafkas, der den großen Zusammenhang herstellt, den ein mit Kafkas Biographie eher unvertrauter Leser beim Durchgang durch die Fundstücke durchaus vermissen könnte.

Ein guter Einstieg in die Beschäftigung mit Kafka und eine praktische Vorschule zur großen Kafka-Biographie Stachs, sowohl für Kafka-Anfänger als auch für jene geeignet, die sich schon intensiver mit Kafka auseinandergesetzt haben.

Reiner Stach: Ist das Kafka? 99 Fundstücke. Frankfurt/M.: S. Fischer, 2012. Kindle-Edition, 336 Seiten (gedruckte Ausgabe). 9,99 €,

Friedhelm Rathjen: Arno Schmidt lesen!

Rathjen-Arno-Schmidt-lesenArno Schmidt ist für viele Leser wohl weniger ein deutscher Autor des 20. Jahrhunderts als vielmehr ein Schreckgespenst von Schwierigkeit und Unzugänglichkeit. Die Gerüchte, die über ihn umgehen, sind zwar nicht vollständig unbegründet, aber sie zeichnen doch ein sehr übertriebenes Bild dieses Autors und seines Werks. Ich zitiere nicht gern Günter Grass, aber wenn er in seiner Laudatio auf Arno Schmidt von 1964 feststellte, man könne „ihn in der Küche schmökern wie Gullivers Reisen“, so trifft das eine wichtige Eigenschaft der Bücher Schmidts: Schmidt zu lesen macht Spaß.

Natürlich ist es so, dass es Aspekte seiner Bücher gibt, die sich erst einer sehr gründlichen und wahrscheinlich wiederholten Lektüre eröffnen. Auch kann es sein, dass sich eher bequeme oder wenig flexible Leser vom äußeren Erscheinungsbild der Texte abgestoßen fühlen. Doch all das kann man erst einmal getrost beiseite lassen: Weder muss man Schmidts Texte auf Anhieb vollständig verstehen (es gibt Seiten im Werk, von denen ich vermute, dass sie bis heute noch niemand auf der Welt wirklich verstanden hat), noch muss man begreifen, warum der Autor Wert darauf gelegt hat, seine Texte in einer etwas seltsamen äußeren Erscheinungsform drucken zu lassen. Zu allererst kann und soll man Arno Schmidt einfach nur lesen.

In den meisten Fällen stößt der Leser dann auf eine recht konventionelle Liebesgeschichte, die in einer merkwürdigen Mischung aus innerlicher Zart- und äußerlicher Grobheit erzählt wird. Besonders in seinen frühen Veröffentlichungen liefert Schmidt zugleich ein sehr reiches Zeitbild, das von den 30er bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts reicht. Hier und da entdeckt man vielleicht auch einen Zukunftsroman (Schmidt schrieb eher Utopien, weniger Science Fiction), der Schmidts ganz eigene und immer originelle Sicht auf seine Lebenswelt widerspiegelt. Immer aber wird man einen Autor von ungewöhnlichem Humor finden. Ob man sich schließlich an das Spätwerk Schmidts machen wird, hängt sicherlich von ganz vielen Umständen ab, auch davon, wieviel Zeit man bereit ist, in diesen durch und durch originären Autor zu investieren.

Wer aber meint, nach einer ersten Bekanntschaft mit Arno Schmidts Büchern doch von dem einen oder anderen Hinweis eines Kenners profitieren zu können, hat derzeit nicht so sehr viele Möglichkeiten, sich über den Autor allgemein und gut lesbar zu informieren. Meine eigene Einführung in das erzählerische Werk ist inzwischen mehr als 10 Jahre alt und nicht mehr im Druck, die Rowohlt-Biographie von Wolfgang Martynkewicz ist auch seit langem vergriffen und wird bis auf weiteres wohl nicht ersetzt werden, und andere aktuelle biographische Veröffentlichungen – wie etwa Joachim Kerstens „Arno Schmidt in Hamburg“ – konzentrieren sich nur auf Teilaspekte der Biographie.

Nun legt mit Friedhelm Rathjen einer der besten Arno-Schmidt-Kenner einen ebenso kurzen wie umfassenden „Wegweiser“ zu Arno Schmidt vor. Der knapp 170 Seiten umfassende Band enthält eine Darstellung des kompletten Werks Arno Schmidts einschließlich der Nachlass-Veröffentlichungen; sogar die bis dato veröffentlichten Bände der Briefwechsel werden besprochen. Grundlage des Bandes sind zum einen lexikalische Einträge, die für den Reclam Verlag verfasst wurden, zum zweiten überarbeitete und erweiterte Zeitungsrezensionen und zum letzten Artikel, die eigens für diesen Band verfasst wurden. Zahlreiche der kurzen Artikel sind ergänzt um ein ausführliches Verzeichnis von Sekundärliteratur, wobei sich auch hier Rathjens Kennerschaft zeigt: Es handelt sich durchaus nicht um eine unkritische Ansammlung der existierenden Forschung, sondern um eine mit Bedacht vorgenommene kritische Auswahl.

Und so ist Rathejns Buch für jeden Leser Arno Schmidts geeignet: Schmidt-Einsteiger finden anhand der knappen und präzisen Artikel rasch Orientierung zu Einzeltexten oder dem Gesamtwerk; wer sich schon „am Haken“ findet, kann sich einen umfassenden Überblick verschaffen; der Kenner schließlich findet konzise und zuverlässige Bibliographien, die das Auf- und Wiederfinden bestimmter Sekundärtexte ermöglichen bzw. erleichtern.

Für jeden an Schmidt Interessierten rundum zu empfehlen.

Friedhelm Rathjen: Arno Schmidt lesen! Orientierungshilfe für Erstleser und Wegweiser im Literaturdschungel. Südwesthörn: Ǝdition RejoycE, 2014. Bedruckte Broschur, 168 Seiten. 17,– €. Bestellung per E-Mail direkt beim Verlag.

Wolfgang Feelisch: in’sait

In einer seiner Notizen entwirft Ludwig Hohl zwei Anzeigen, von denen eine wie folgt lautet:

»Weihnachten steht vor der Tür! Was schenkst du deinen Verwandten, Freunden und Bekannten? Am besten Bücher. Wir empfehlen dir:

Goethes kleine Prosa in leichtverständlicher Form und von äußerster Dauerhaftigkeit. Unser Haus ist imstande, dieses Buch und bald auch andere zu einem erstaunlich billigen Preis zu liefern infolge einer genialen und höchst modernen Erfindung.

Diese neue Art Bücher wird sich zum Aufstellen im Bücherschrank vorzüglich eignen, von der bekannten, altväterischen Art Bücher aber sich durch folgende Vorzüge unterscheiden: Eine Dauerhaftigkeit, die schon an Unzerstörbarkeit grenzt (auch bei häufigem Ausleihen!); höchste Prunkhaftigkeit des Deckels; den viel niedrigeren Preis.

Dieser alle Konkurrenz in den Wind schlagende niedrige Preis wird dadurch ermöglicht, daß das Innere des Buches aus einem Brett gestaltet ist (echtes Eichenholz!). Nach dem Muster der Holzschinken — man muß nur auf die Ideen kommen! Unsere Erfindung ist gesetzlich geschützt.

Kraft dieser erstrangigen Erfindung werden wir zweifellos in kurzem alle Verlagshäuser überflügelt haben. Von jenen freilich sehen wir ab, die elende Machwerke in die Welt setzen, traurige Unterhaltungs-Werke und erbarmenswürdige Spannungs-Romane, die man lesen muß; denn wir, fern jenen verachtungswürdigen Niederungen, befassen uns allein mit der großen und wahren Literatur, mit den tiefen und ernsten Büchern der Autoren, die etwas zu sagen haben, und die sich zum Aufstellen im schönen Bücherschrank vorzüglich eignen und jedem Besitzer zur Ehre gereichen.«

Feelisch-in-sait-CoverDie Idee scheint so naheliegend, dass sie tatsächlich zumindest einmal umgesetzt worden ist: Der Remscheider Künstler Wolfgang Feelisch ließ 1969 ein kleines Büchlein mit dem schön verschriebenen Titel „in’sait“ – ja, drucken kann man nur eingeschränkt sagen, also: produzieren, das alle die von Hohl gepriesenen Vorzüge aufweist. Wer es aus dem Bücherregal zieht und aufschlägt, sieht sich jeder weiteren Mühe enthoben:

Feelisch-in-sait-Inside

Leider weiß ich nicht, in welcher Auflage das Werk damals entstanden ist und ob die Idee vielleicht auch darüber hinaus Verbreitung und Freunde gefunden hat.

Wolfgang Feelisch: in’sait. Krefeld: Verlag Pro, 1969. Broschur, keine Seiten. Lange schon vergriffen.

Ron Powers: Mark Twain

Powers-Mark-TwainRelativ neue, umfangreiche Biographie Mark Twains, die von der Kritik zu Recht hoch gelobt wurde. Powers versteht es in den meisten Fällen, ein gutes Gleichgewicht zwischen detailverliebter Darstellung einzelner Ereignisse und dem Blick auf das große Ganze zu wahren. Er scheut sich nicht, Samuel L. Clemens auch mit seinen Schwächen und menschlichen Unzulänglichkeiten darzustellen (bewegend etwa die Stelle, an der Twain mit Schrecken begreift, dass seine Frau und seine Töchter immer in einer gewissen Furcht vor seiner Launenhaftigkeit gelebt haben), und stellt den Erfolg des Schriftstellers ebenso wie das Scheitern des Geschäftsmannes gleichrangig nebeneinander.

Clemens große Stärke als Schriftsteller war es, seine Person und seine Ansichten immer für mindestens ebenso wichtig zu halten wie die aller anderen und dabei zugleich – und dies ist der entscheidende Zusatz – weder sich noch die anderen zu ernst zu nehmen. Alles in allem ist Clemens wohl immer ein glücklicher Dilettant gewesen, der klug genug war, seinen Instinkten und, im richtigen Moment, einigen wenigen, guten Freunden zu vertrauen. Seine Geradlinigkeit und unverbildete Moralität – deren Grundlage, wie William Dean Howells so richtig bemerkte, eine unterschwellig Wut über den Zustand der Welt im Allgemeinen und der USA im Besonderen war – haben ihn zurecht zu einem umstrittenen US-amerikanischen Idol werden lassen. Mark Twain ist der Held des einfachen Mannes, ein Herkules des US-amerikanischen „Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“

Es ist schade, dass diese kenntnisreiche und sehr gut lesbare Biographie bislang nicht ins Deutsche übersetzt wurde.

Ron Powers: Mark Twain. A Life. New York u.a.: Free Press, 2005. Kindle-Edition, 2163 KB, 737 Seiten (gedruckte Ausgabe). 9,40 €.

Peter Rüedi: Dürrenmatt

In einer beispiellosen autobiographisch-erzählerisch-essayistischen Mischform, einer Art Ruinenbaumeisterei, stößt er zu einer neuen, multiperspektivischen Form von Literatur vor und entkommt mit ihr selbst dem Scheitern, indem er es akzeptiert.

978-3-257-06797-2Die Auseinandersetzung mit Friedrich Dürrenmatts Werk ist heute alles andere als simpel. Sie scheint gespannt zu sein zwischen zwei Polen: Einerseits ist ein Teil seines Werks offenbar obsolet geworden: »Die Physiker« etwa hat sich thematisch überlebt und ist dramaturgisch zu geradlinig, um außerhalb der Schullektüre noch Spannung zu erzeugen. Das Thema der christlichen Stücke – »Die Wiedertäufer«, »Der Blinde« oder »Ein Engel kommt nach Babylon« – ist zumindest in Europa sehr an den Rand der öffentlichen Diskussion geraten. Anderseits erscheint ein anderer, größerer Teil des Werks vielen Lesern nicht zu Unrecht esoterisch, philosophisch und schwer zugänglich. Einzig die Kriminalromane dürften sich noch einiger, ungebrochener Beliebtheit erfreuen. Dementsprechend dünn fällt die essayistische und germanistische Beschäftigung mit Dürrenmatt aus.

Vor diesem Hintergrund muss Peter Rüedis Buch über Dürrenmatt gelesen werden, das vom Verlag wohl aus Hilflosigkeit mit dem phantasielosen Etikett Biographie gekennzeichnet worden ist, die damit verbundenen Erwartungen aber nur unvollkommen erfüllt. Sicherlich handelt es sich auch um eine – unvollständig bleibende – Biographie, vielmehr ist es aber ein weit ausholender Essay über Dürrenmatts Werk, der in der bisherigen Literatur über den Autor, wenigstens soweit ich sehe, völlig einzig dasteht. Für Rüedis Lektüre der Werke sind zwei Aspekte zentral: Er analysiert das Werk in weiten Teilen als das eines Christen, der sich Zeit seines Lebens mit dem Glauben seines Vaters auseinandergesetzt hat, und er liest Dürrenmatt wesentlich von der Selbstreflexion der späten »Stoffe« her. Während der erste Aspekt in der Literatur zu Dürrenmatt traditionell breit vertreten ist, scheint der zweite, besonders so, wie er bei Rüedi erscheint, die Möglichkeit einer grundsätzlichen Neuentdeckung und -bewertung Dürrenmatts zu eröffnen. Wenn Dürrenmatt als deutschsprachiger Autor überhaupt eine Zukunft – im Sinne eines Klassiker des 20. Jahrhunderts – hat, so wird sie hier begründet. In diesem Sinn ist Rüedis Buch wahrscheinlich der wichtigste Text der überhaupt bislang über Dürrenmatt geschrieben wurde.

Trotz dieser im Gesamturteil überwiegenden positiven Einschätzung sollen die schwerwiegenden Schwächen des Textes nicht unterschlagen werden: Das Buch macht einen durch und durch unfertigen Eindruck. Rüedi scheint nicht die Kraft oder Übersicht gehabt zu haben, die mehr als 730 Textseiten zu irgendeiner Form von Abrundung oder zu einem Abschluss zu bringen. Der biographische Anteil bleibt wesentlich in den 50er Jahren stecken; zwar werden auch die späteren Jahre erwähnt, aber ihre Behandlung bleibt im Gegensatz zu den ersten gut fünfzehn Nachkriegsjahren flüchtig und oberflächlich, fast als handele es sich um den ersten Teil einer deutlich umfangreicher konzipierten Biographie, die dann unter dem Druck der Ökonomie oder auch der Zeit gewaltsam zu einem Ende gebracht wurde.

Auch beim essayistischen Gehalt bleiben wesentliche Desiderate: Bestimmte Stücke werden gar nicht oder nur marginal behandelt, so etwa »Frank der Fünfte«, zu dem nur das Schlagwort Shakespeare fällt, oder das wichtige, späte »Achterloo«, mit dem Dürrenmatt entgegen seinen Plänen doch noch einmal zur Bühne zurückkehrt und die Irrenhaus-Metapher, die sich durch das gesamte Werk zieht, einmal mehr durchspielt. Was die Dramaturgie angeht, ist es schade, dass »Das Sterben der Pythia« offenbar unterschätzt wird. In diesem einen Stück hätte Rüedi viele wichtige Themen, Motive und Vorbilder der Dürrenmattschen Dramaturgie beieinander gehabt: Shakespeare, Wedekind und Brecht, die Gegenbildlichkeit von Tragödie und Komödie, die Dramaturgien vom Stoff und von der Idee her, sie alle lassen sich an diesem kurzen Stück Prosa exemplarisch vorführen und analysieren.

Was vollständig fehlt, ist ein literarhistorischer Horizont: Zwar gibt es Auseinandersetzungen mit Frisch – dessen schwieriges Verhältnis mit Dürrenmatt Rüedi bereits an anderer Stelle ausführlich gewürdigt hat – und Brecht, aber es findet sich auch nicht der kleinste Ansatz, Dürrenmatt in den Kanon der europäischen Literatur des 20. Jahrhunderts einzuordnen. Nirgends wird zum Beispiel »Der Tunnels« mit den Romanen des französischen Existenzialismus in Beziehung gesetzt, obwohl hier wie dort die Wirkung Kierkegaards und Nietzsches mit Händen zu greifen ist. Nirgends werden Dürrenmatts Stücke in der Geschichte des deutschen oder gar des europäischen Dramas (Sartre, Ionesco, Beckett) verortet. Auch die sehr spezifische Sprache der Bühnenfiguren Dürrenmatts, ihr verknapptes,karges, emotionales und zugleich distanziertes Sprechen wird nur an einer Stelle kurz erwähnt, der Versuch einer Analyse unterbleibt aber. Das alles mag vielleicht verzeihlich erscheinen, da Rüedi offensichtlich ohnehin zu viel für die ihm zur Verfügung stehenden Seiten zu sagen hatte, ein Mangel bleibt es dennoch.

Doch auch entgegen allen Einwänden ist zu betonen, dass dies wahrscheinlich das Wichtigste Buch über Dürrenmatt ist, das bislang erschienen ist, und es steht zu befürchten, dass dies auch lange so bleiben wird. Ein Muss für jeden, der sich ernsthaft mit der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts auseinandersetzt.

Peter Rüedi: Dürrenmatt oder Die Ahnung vom Ganzen. Zürich: Diogenes, 2011. Leinen, Fadenheftung, zwei Lesebändchen, 960 Seiten. 28,90 €.

Helmut Siepmann: Kleine Geschichte der portugiesischen Literatur

3-406-49476-5Eine für eine kleine Geschichte schon recht umfangreiche und, soweit ich das beurteilen kann, vollständige Darstellung der portugiesischen Literatur mit dem üblichen Schwergewicht auf dem 20. Jahrhundert. Alle wichtigen Autoren werden ausführlich behandelt, zentrale Werke sowohl inhaltlich referiert als auch kultur- und geistesgeschichtlich verortet. Eine gute Einführung, die aber deutlich für Studenten der Romanistik geschrieben wurde, so dass der Laie vielleicht für einzelne Begriffe den Übersetzer von Google zur Hilfe nehmen muss.

Dass dieses Buch weit und breit die einzige umfangreiche Darstellung zur Geschichte der portugiesischen Literatur ist und offensichtlich nach dem Erstdruck nicht noch einmal aufgelegt wurde, zeigt einmal mehr, welch stiefmütterlichen Platz die Literatur Portugals im Bewusstsein der sonst so weltoffenen deutschen Leser immer noch einnimmt.

Helmut Siepmann: Kleine Geschichte der portugiesischen Literatur. Beck’sche Reihe 1547. München: C. H. Beck, 2003. 320 Seiten. Zurzeit nur antiquarisch lieferbar.