William Beckford: Vathek

Jedermann fiel ohne den geringsten Widerstand oder Kampf: so daß Vathek sich schon innerhalb weniger Augenblicke von den Leichen seiner getreusten Untertanen umgeben sah; welche sämtlich auf den Haufen geworfen wurden.

Da gerade William Beckfords italienisches Reisebuch Dreams, Waking Thought, and Incidents zum ersten Mal auf Deutsch erschienen ist, habe ich seinen sogenannten Roman Vathek noch einmal aus dem Bücherschrank geholt und die nur noch vage Erinnerung aufgefrischt. Der Text soll nach einer vom Autor kolportierten Legende im Jahr 1782 (Beckford war gerade 21 Jahre alt) innerhalb von nur drei schlaflosen Tagen auf Französisch niedergeschrieben worden sein, was man angesichts der gelieferten literarischen Qualität durchaus glauben mag. Erstmals veröffentlicht wurde er 1786 anonym in englischer Übersetzung, wobei der Übersetzer gleich die nächste Legende aufsetzte, in dem er behauptete, er habe den Text direkt aus dem Arabischen übersetzt. Obwohl das Buch durchaus dem modischen Interesse an orientalischen Erzählungen entgegenkam, war das Buch kein Erfolg und wurde in der Hauptsache von anderen Schriftstellern rezipiert. Beckford blieb den meisten seiner Zeitgenossen eher als verrückter Exzentriker bekannt, denn als Künstler oder Schriftsteller.

Seine eigentliche Karriere machte Vathek erst nach seiner Wie­der­ver­öf­fent­li­chung 1891. Er bediente perfekt die Faszination an und das phantastische Spiel mit der Dichotomie von Gut und Böse – das vom Autor ohnehin nur apologetisch angeklebte „moralische“ Ende ließ sich bequem ignorieren – und den westeuropäischen Geschmack an orientalischer Üppigkeit. So wurde Vathek nachträglich als Quelltext einer bösen Phantastik kanonisiert.

Erzählt wird die Geschichte des Kalifen Vathek, der in einem sehr erfundenen Orient sich dem Bösen verschreibt und versucht, die absolute Macht zu erreichen, über die er – zumindest nach Ausweis der Erzählung – ohnehin bereits verfügt. Der Text ist vollständig anekdotisch gebaut, widerspricht sich auch auf kurzen Strecken gern selbst und exzelliert einzig in einer üppigen, grausamen, aber auch gern sexuellen Phantasie, die ihn für die meisten zeitgenössischen Leser sicherlich unzumutbar machte. Nicht dass nun jemand zu viel erwartet: Nach dem heutigen Geschmack ist der Text so dezent, dass gerade das Sexuelle nur andeutungsweise zu finden ist; aber das 18. Jahrhundert hatte da noch gänzlich andere Em­pfind­lich­kei­ten.

Die Handlung ist kaum der Rede wert und muss daher auch nicht nacherzählt werden. Der Protagonist ist ein brutaler Aufschneider und Verschwender, der unter dem Pantoffel seiner machthungrigen und vom Bösen faszinierten Mutter steht, die ihn geradewegs im wörtlichen Sinne zur Hölle schickt. Am Ende werden, wie schon angedeutet, die Bösen zwar bestraft, aber das hat mit dem vorherigen Text kaum etwas zu tun und ist erzählerisch auch in keiner Weise vorbereitet.

Wer Lust am Zelebrieren des Bösen um des Bösen willen hat, wird hier sein Vergnügen finden; alle, die derartigen Mummenschanz eher albern finden, können sich die Lektüre beruhigt sparen. Warnen möchte ich aber vor der Übersetzung Franz Bleis (1907), die über Strecken nur so ungefähr etwas mit dem Original zu tun hat.

Willam Beckford: Vathek. Eine orientalische Erzählung. Aus dem Englischen von Wolfram Benda. Mit 11 Illustrationen von Gottfried Helnwein. München: Artemis/Winker, 1987. Leinen, Fadenheftung, 196 Seiten. Diese Ausgabe ist nur noch antiquarisch greifbar, der Text selbst aber leicht im Internet zu finden.

Aus dem Zugang: Ray Bradbury in der Library of America

Die Library of America bringt in zwei Bänden eine Auswahl der wichtigsten Texte Ray Bradburys, der den meisten Lesern wesentlich nur als Science-Fiction-Autor bekannt sein dürfte. Sein Fahrenheit 451 (1953) ist in Europa wohl mit der Verfilmung François Truffauts (1966) zu einem Klassiker der Moderne geworden; The Martian Chronicles (Mars-Chroniken; 1950), vielfach fälschlich als Roman bezeichnet, gehört zu den kanonischen Texten des Genres. Weit weniger bekannt dürften Bradburys Erzählungen sein, die dem Horror-Genre oder der phantastischen Literatur zuzuordnen sind. Formal ähnlich wie The Martian Chronicles entfaltet Dandelion Wine (Löwenzahnwein; 1957) in einer Reihe lose miteinander verbundener Erzählungen ein Panorama der 20er-Jahre in der fiktiven Kleinstadt Greentown im Mittleren Westen der USA, wobei das Leben der Figuren zum Teil von phantastischen, zum Teil auch von nur eingebildeten Ereignissen gestört wird. Den zentralen Faden liefert der Heranwachsende Douglas Spaulding, der in diesem Sommer entscheidende Erfahrungen für sein weiteres Leben macht.

In derselben Stadt ist auch Bradburys Roman Something Wicked This Way Comes (Das Böse kommt auf leisen Sohlen; 1962) angesiedelt. Die Handlung dreht sich um einen Jahrmarkt, der in die Stadt kommt und den offenbar ein dunkles Geheimnis umgibt. Zentrales phantastisches Motiv ist ein Karussell, das die Fähigkeit besitzt, seine Passagiere jünger oder älter zu machen, sie dabei aber zugleich unter die Macht des Jahrmarkt-Direktors Dark zu bringen, eines Wiedergängers des Illustrated Man (Der illustrierte Mann; 1951), um den herum Bradbury bereits zuvor eine Reihe unheimlicher Geschichten erfunden hatte.

Die Bände der Library of America sind nicht genug zu loben: Die Leinenbände mit Dünndruckpapier, solider Fadenheftung und Lesebändchen liefern sorgfältig edierte Texte zu einem mehr als vernünftigen Preis. Der Verlag ist ein Non-Profit-Unternehmen, das seine Ausgaben zum Teil aus den Verkäufen, zum Teil aber auch aus Spenden finanziert. In Deutschland sind die Bände nicht immer problemlos zu erreichen, und leider liefert der Verlag derzeit wieder einmal nicht direkt nach Europa. Es lohnt den Aufwand der Besorgung aber nahezu in jedem Fall. Die beiden Bradbury-Bände sind auch zusammen in einer Kassette zu bekommen und bieten eine hervorragende Möglichkeit einen der besten phantastischen Autoren des 20. Jahrhunderts zu entdecken.

  • Ray Bradbury: Novels & Story Cycles. The Martian Chronicles. Fahrenheit 451. Dandelion Wine. Something Wicked This Way Comes. LoA Bd. 347. New York: Library of America, 2021. Leinen, Fadenheftung, Lesebändchen, 887 Seiten. Listenpreis: 40.– $.
  • Ray Bradbury: The Illustrated Man. The October Country. Other Stories. LoA Bd. 360. New York: Library of America, 2022. Leinen, Fadenheftung, Lesebändchen, 979 Seiten. Listenpreis: 40.– $.

Nikolaj Gogol: Sämtliche Erzählungen

Langweilig ist’s auf dieser Welt, Herrschaften!

Der Band umfasst das gesamte erzählerische Werk Gogols mit Ausnahme der Toten Seelen. Dies sind vier Sammelbände, die eine deutliche Entwicklung des Erzählers Gogol erkennen lassen, und eine fragmentarische Erzählung mit dem Titel Rom. Die Erzählungen der frühesten beiden Sammlungen, Die Abende auf einem Weiler bei Dikanka (1831 und 1832) und Mirgorod (1835), sind in Gogols Heimat, der Ukraine lokalisiert, und hatten sowohl wegen des geschilderten bäuerlichen Milieus als auch wegen des Schauer-Genres (besonders in der ersten Sammlung vorherrschend) einen großen Erfolg beim Publikum. Gogols russische Variation des Schauermotivs arbeitet hauptsächlich mit Hexen und dem Teufel, wobei diese als wirkende Mächte in einer sonst idyllischen, bäuerlichen Welt vorgestellt werden. Oft ist es eine Liebesgeschichte, die den anekdotisch aufgereihten Episoden ein Rückgrat geben.

In Mirgorod tritt das Schauerliche dann schon deutlich zurück: Die Sammlung beginnt mit der Erzählung Altväterliche Grundbesitzer, die kaum eine konkrete Handlung besitzt, sondern hauptsächlich das idyllische Leben und Sterben eines älteren Ehepaars schildert. Dies wird dann unmittelbar mit einer Kriegserzählung aus dem 15. Jahrhundert kontrastiert, die von Männlichkeitsgehabe und Kriegsverherrlichung nur so strotzt; auch hier wird der eigentliche Handlungsknoten erst spät und wieder mittels einer Liebesgeschichte geschürzt. Den Abschluss bildet die Geschichte, wie sich Iwan Iwanowitsch mit Iwan Nikoforowitsch zerstritt, eine hübsche Dorf-Farce, die es verdient hätte, bekannter zu sein.

Es folgen noch zwei Sammlungen: Novellen und Arabesken. Hier finden sich unter anderem die bekanntesten Sachen Gogols wie Die Nase, Der Mantel oder Der Newskijprospekt. Reizvoll sind hier besonders auch die Aufzeichnungen eines Wahnsinnigen, die versuchen, das langsame Abrutschen in den Wahn aus der Perspektive des Erkrankten darzustellen.

Das Fragment Rom zeigt stilistisch und thematisch am deutlichsten den Einfluss, den E. T. A. Hoffmann auf Gogol gehabt hat, kommt über Ansätze zu einer phantastischen Erzählung aber nicht hinaus.

Über die zurecht bekannten Stücke hinaus ist kaum eine Entdeckung zu machen; wer an Gogol als Erzähler interessiert ist, findet hier eine halbwegs chronologische Darstellung seiner Entwicklung bis hin zu den Toten Seelen.

Nikolaj Gogol: Sämtliche Erzählungen. Aus dem Russischen von Josef Hahn. Lizenzausgabe. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1961. Leinen, Dünndruck, Fadenheftung, 882 Seiten. Nur noch antiquarisch lieferbar.

Michael Köhlmeier: Gedanken, als ob sie zur Mitternacht gedacht worden wären, und ein Gespräch mit einem Freund

Es ist auch für eine kleine, eher unauffällige Buchreihe in einem großen Verlag eher ungewöhnlich, in ihr einen so bekannten und weitverbreiteten Text wie E. T. A. Hoffmanns Der goldene Topf in einer Einzelausgabe neu herauszugeben, umso mehr, wenn es sich um einen einfachen Nachdruck aus einer anderen Ausgabe handelt, es also keine philologisch bemerkenswerten oder wenigstens ungewöhnlichen Abweichungen zu bisherigen Ausgaben gibt. Dennoch ist es hier geschehen, und ich erlaube mir anzunehmen, dass es ausschließlich deshalb geschehen ist, um Michael Köhlmeiers Nachwort – Gedanken, als ob sie zur Mitternacht gedacht worden wären, und ein Gespräch mit einem Freund – beides in Hoffmans Manier abdrucken zu können und dennoch ein Büchlein von nennenswertem Umfang zu erhalten.

Ich erlaube mir daher, hier nicht die Erzählung Hoffmans vorzustellen – das findet man schon anderswo –, sondern mich auf das Nachwort Köhlmeiers zu konzentrieren. Köhlmeier erzählt darin von einem jungen Freund, ebenso Schriftsteller wie er, der zu ihm in einer Art von Schüler-Verhältnis steht, ihn wenigstens als erfahreneren und gebildeteren Mentor ansieht. Diesen jungen Mann habe Köhlmeier gebeten, Hoffmanns Der goldene Topf zu lesen, und Köhlmeier berichtet nun das sich an diese Lektüre anschließende Gespräch. Der junge Mann ist weitgehend unbeleckt von jeglicher Kenntnis der Literatur des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts und liest den Text nach dem Hinweis Köhlmeiers als ein Märchen, ohne seinen biographischen, kulturellen oder historischen Hintergrund zu kennen.

Es ist nicht verwunderlich, dass der junge Mensch einen – aus der Sicht von jemandem, der mit dem Hintergrund des Textes und der Biographie des Autors etwas vertrauter ist – recht schiefen, aber nicht gänzlich falschen Eindruck von dem Text bekommt. Dem wird in dem Gespräch die Begeisterung und tiefe Verehrung Köhlmeiers entgegengesetzt, so dass wir einerseits einen verstörten Blick auf ein literarhistorisches Fragment, andererseits einen enthusiasmierten Blick auf ein geliebtes Stück der persönlichen Lesegeschichte Köhlmeiers haben, die einander unvermittelt gegenüberstehen. Der Text ist nett zu lesen, er bleibt aber als Essay zu flach und als Erzählung zu ziellos. Und als Werbetext für E. T. A. Hoffmann steht er am falschen Ort.

Es ist zu vermuten, dass es sich um ein Seitenstück zu dem jüngst bei Hanser erschienenen Roman Matou von Michael Köhlmeier handelt, der einen schreibenden Kater in der Tradition des Hoffmannschen Katers Murr erfindet, der seine sieben Leben autobiographisch nacherzählt.

Mich selbst hat der Text einmal mehr neugierig auf den Romanschriftsteller Köhlmeier gemacht, und ich habe sein Abendland mal nach oben auf den SuB gelegt. Mal sehen, was die Zeit bringt.

E. T. A. Hoffmann: Der goldene Topf. Mit einem Nachwort von Michael Köhlmeier. München: Beck, 2021. Bedruckter Pappband, 128 Seiten. 16,– €.

William Goldman: The Princess Bride / Die Brautprinzessin

“Hello,” he said. “My name is Inigo Montoya. You killed my father. Prepare to die.”

Es war die gekürzte Fassung von Zettel’s Traum die mich wieder an dieses nette Buch von William Goldman hat denken lassen. Goldman war einer der gefeierten Drehbuch-Autoren Hollywoods – Butch Cassidy and the Sundance Kid, The Stepford Wives, Marathon Man, All the Presidents Men und und und –, aber auch ein erfolgreicher Romanautor, wobei The Princess Bride erst so richtig Erfolg hatte, nachdem es 1987 verfilmt worden war (14 Jahre nach seiner Veröffentlichung; wobei auch der Film seine Anlaufschwierigkeiten hatte und erst im Video-Verkauf zu dem Klassiker wurde, der er heute – zumindest in den USA – ist). Wer allerdings nur den Film kennt, dem entgeht wenigstens eine wichtige Pointe des Buchs.

Das Buch enthält im Kern eine in einem tief ironischen Grundton verfasste Geschichte von „wahrer Liebe und edlen Abenteuern“, wie der Untertitel sagt, verfasst von dem fiktiven florinesischen Autor S. Morgenstern. Goldman zieht alle Register des Genres von märchenhafter Liebe zwischen der schönsten Frau der Welt, Buttercup, der Tochter einfacher Bauern und dem heldenhaftesten Stallburschen Westley, der sogar den eignen Tod überwindet, um seine Liebe den Klauen des bösen Prinzen Humperdinck zu entreißen. Goldman selbst tritt nur als Herausgeber und Bearbeiter dieses Textes auf, den er selbst, obwohl er sein Initiationserlebnis in Sachen Literatur war, nie gelesen hat. Sein Vater hatte ihm das Buch vorgelesen als Goldman als Kind krank ans Bett gefesselt war und damit überhaupt erst seine Liebe zur Literatur geweckt. Nun feiert Goldmans Sohn Jason seinen zehnten Geburtstag und soll The Princess Bride unbedingt als Geschenk erhalten. Da sich Goldman aber gerade an der Westküste der USA aufhält, kostet es ihn einige Mühe, ein antiquarisches Exemplar des Buches aufzutreiben und rechtzeitig nach Hause liefern zu lassen. Als er einige Tage später heimkehrt, muss er leider feststellen, dass Jason bereits am zweiten Kapitel des geliebten Buches gescheitert ist.

Daraufhin nimmt Goldman das Buch zum ersten Mal selbst in die Hand und stellt fest, dass es ganz und gar nicht seiner Erinnerung entspricht. Zwar ist der Abenteuerroman, den ihm sein Vater vorgelesen hat, durchaus Teil des Textes, doch ist er überlagert vom einem satirischen Roman, der sich kritisch mit Gegenwart und Vergangenheit Florins auseinandersetzt; Goldmans Vater hatte diese Stellen – immerhin etwa 70 % des Originals – beim Vorlesen einfach weggelassen. Aus dieser Einsicht heraus entsteht nun der Gedanke, den Roman auf die “good parts” (die im Deutschen zu den „spannenden Teilen“ werden) zu­sam­men­zu­strei­chen; die unspannenden Teile werden durch resümierende Texte Goldmans eingeholt.

Die deutsche Übersetzung durch Wolfgang Krege ist gut gelungen – wenn mir persönlich Kreges Deutsch auch oft zu lax ist – und trifft den Humor und den Geist des Buches. Sie ist inzwischen sogar ergänzt worden, nachdem Goldman zum 25. Jahrestag des Buches eine erweiterte Ausgabe herausgebracht hat, die zum einen eine zusätzlich Einführung enthält (die in der Hauptsache anekdotisch die lange Entwicklung bis zur Verfilmung nacherzählt) und ein weiteres Kapitel aus Morgensterns angeblicher Fortsetzung des Romans Buttercup’s Baby. Da der Roman ursprünglich ein offenes Ende hatte, reagierte Goldman hier sicherlich auf zahlreiche Proteste seiner Leser darüber, dass er das Buch mit einem Cliffhanger habe enden lassen. Das zusätzliche Kapitel führt das alte offene Ende mit einer ganzen Reihe aussichtsloser Situationen weiter, womit sich der Autor natürlich nur über den potenziell end- und formlosen Charakter des Genres lustig macht.

Alles in allem ein unterhaltsamer, intelligenter und witziger Roman, der sich selbst nicht ernst nimmt und den man gut an einem verregneten Wochenende konsumieren kann. Es ist nicht unbedingt nötig, die erweiterte Fassung zu lesen; auch die ältere deutsche Übersetzung tut es ganz gut. Von einer zweiten Lektüre würde ich jetzt aber abraten: Dafür ist das Buch dann doch nicht gut genug.

The Princess Bride. S. Morgenstern’s Classic Tale of True Love and High Adventure. The “Good Parts” Version abridged by William Goldman. 25th Anniversary Edition. London / New Delhi / New York / Sydney: Bloomsbury, 1998. Kindle-Edition, 2013. 400 Seiten. 5,13 €.

Die Brautprinzessin. S. Morgensterns klassische Erzählung von wahrer Liebe und edlen Abenteuern. Die Ausgabe der „spannenden Teile“. Gekürzt und bearbeitet von William Goldman. Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Krege. Stuttgart: Cotta, 1977. Lizenzausgabe: Frankfurt/M.: Büchergilde Gutenberg, 1995. Pappband, 324 Seiten. Nicht mehr lieferbar.

Die Übersetzung der erweiterten Ausgabe ist als Taschenbuch lieferbar.

Arkadi und Boris Strugatzki: Gesammelte Werke 6

Man sollte nicht so viel Aufhebens von solchem – entschuldigen Sie das Wort – Unfug machen, an den ohnehin niemand ernsthaft glaubt.

Der letzte Band der umfangreichen Werkauswahl der Brüder Strugatzki enthält drei Romane und ein Drehbuch, die alle dem Bereich der Phantastik näherstehen als dem der Science Fiction, wenn auch diese Trennung nicht nur im Allgemeinen, sondern besonders auch im Fall der Strugatzkis immer ein wenig künstlich bleibt. Ich habe schon früher auf den offensichtlichen Einfluss hingewiesen, den Bulgakows Der Meister und Margarita auf die Texte der Strugatzkis gehabt hat, doch existiert spätestens seit der Romantik natürlich eine ganze Tradition der russischen Phantastik, aus der die Brüder für ihre Romane geschöpft haben.

  • Der Montag fängt am Samstag an (1965) ist zugleich ein humoristischer und phantastischer Roman sowie eine lockere Parodie auf den Wissenschaftsglauben und -betrieb in der Sowjetunion der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Erzählt werden drei Episoden aus dem Leben Alexander Iwanowitsch Priwalows, der auf einer Reise zufällig in ein Dorf gerät, in dem das staatliche wissenschaftliche Forschungsinstitut für Hexerei und Zauberkünste (FIFHUZ, im Original NITschaWO, also soviel wie „es ist nichts; es hat nichts zu bedeuten“) betrieben wird. Priwalow ist Programmierer und im Institut wird dringend jemand gesucht, der den Computer Altan zu bedienen und programmieren weiß. Die Forscher im Institut sind bewährte Zauberer, die zum Teil bereits seit Jahrhunderten praktizieren, aber immer noch auf der Suche nach den Lösungen der letzten Rätsel ihrer Kunst sind. Priwalow fügt sich in diese Gemeinschaft von Individualisten gut ein, lernt selbst ein wenig zu zaubern und ist aufgrund seiner technischen Kenntnisse ein gesuchter und beliebter Kollege am Institut. Die drei Episoden enthalten seine Ankunft im Dorf, bei der ihm peu à peu klar wird, dass es dort nicht mit rechten Dingen zugeht, seinen ersten Einsatz als Nachtwächter des Instituts in einer Silvesternacht und zuletzt ein exemplarisches Beispiel für die Lösung eines übernatürlichen Problems, bei dem ein phoenixhafter Papagei im Zentrum steht. Der Humor des Textes entstammt nicht nur dem traditionellen Durcheinander, das Zauberer und ihre Magie in der normalen Welt erzeugen, sondern auch aus dem Gegensatz zwischen dem Chaos der Magie einerseits und den Grundsätzen der Logik der naturwissenschaftlichen Forschung und den Erfordernissen einer ordnungsgemäßen Verwaltung andererseits. Das alles ergibt einen sehr netten und lesenswerten Roman in der besten Tradition der europäischen Phantastik.
  • Das Märchen von der Troika (1967) ist oberflächlich gesehen die Fortsetzung von Der Montag fängt am Samstag an, doch erschöpfen sich die Ähnlichkeiten in demselben Erzähler, dem Handlungsort und einigen Figurennamen. Auch Boris Strugatzki stellt im Nachwort des Bandes fest, dass die Troika eine reine Satire sei und sich von daher von dem spielerischen, romantischen Montag deutlich unterscheide. Diesmal macht sich der Erzähler Priwalow mit einem Kollegen in das angebliche 76. Stockwerk des FIFHUZ (s. o.) auf, auch wenn von diesen Stockwerken zuvor nirgends die Rede war. Dort befindet sich die Siedlung Tmuskorpion, die von einer Troika von Beamten verwaltet wird, die eine komplett absurde Bürokratie installiert haben. Die Troika und auch ihr sogenannter wissenschaftlicher Berater sind schlicht nicht in der Lage, die ihr vorgelegten Probleme auch nur zu verstehen. Sie haben einen eigenen Jargon entwickelt, mit dem sie über alles und nichts reden können, ohne dabei durch irgendwelche Tatsache behindert zu werden. Nach der Vorführung mehrerer Fälle, die alle mustergültig misshandelt werden, und kurz bevor auch Priwalow der Herrschaft der Troika verfällt, tauchen „von unten“ als Dei ex machina die Zauberer auf, die dem ganzen Spuk ein Ende setzen.
    Es ist kaum verwunderlich, dass die Strugatzkis hierfür in der Sowjetunion keinen Verleger finden konnten. Eine Beinahe-Veröffentlichung einer gekürzten und abgeschwächten Version in der Zeitschrift Angara führte nicht nur zum Einstampfen der entsprechenden Hefte, sondern auch zu ernsthaften Konsequenzen für den Chefredakteur. Neben dieser Angara-Fassung, die auch in dem hier besprochenen Band enthalten ist, existiert auch noch die ursprüngliche, umfangreichere, komplexer angelegte sogenannte Smena-Fassung, die erst nach dem Ende der Sowjetunion veröffentlicht werden konnte.
  • Fünf Löffel Elixier (1985) ist der Entwurf zu einem Filmdrehbuch, nach dem 1990 ein Film produziert wurde. Sein Stoff ist eine Auskopplung und Bearbeitung aus dem nachfolgenden Roman Das lahme Schicksal: Der Schriftsteller Felix Sorokin gerät durch einen Zufall an eine Gruppe Unsterblicher, die gemeinsam das Geheimnis hüten, dass in einer Grotte am Rande der Stadt ein Elixier von der Decke tropft, fünf Löffel in drei Jahren, die fünf Personen ausreichend gegen Alter und Verfall schützen. Zuerst versucht die Gruppe, Sorokin umzubringen, doch als das misslingt, suchen ihn die Herrschaften nächtlich auf, um zu verhandeln, wer der nunmehr sechs Geheimnisträger sterben muss. Das Ganze ist etwas unharmonisch geraten: Während der erste Teil eine anekdotische Folge wunderlicher Abenteuer ist, wird der zweite von einem langen Gesprächsmarathon gebildet, der immer wieder um dasselbe Thema kreist. Auch das Ende ist wenig überzeugend, da den Autoren offenbar nichts Richtiges eingefallen ist, um ihre Figuren aus der Sackgasse, in die sie sie manövriert haben, wieder herauszuholen.
  • Das lahme Schicksal (1986) ist der direkteste Versuch der Brüder Strugatzki einen Roman in der Tradition Bulgakows zu schreiben. Wie in Der Meister und Margarita werden auch hier zwei Geschichten in alternierenden Kapiteln parallel erzählt: Zum einen der alltägliche Kampf des Schriftstellers Felix Sorokin im winterlichen Moskau der 80er Jahre, zum anderen ein offenbar von Sorokin verfasster phantastischer Roman, in dem der Schriftsteller Viktor Banew in einem offenbar fiktiven, nicht kommunistischen Russland den Beginn des Untergangs der menschlichen Kultur miterlebt. Während die Handlung um Sorokin bewusst unscheinbar gestaltet ist, jedoch im Hintergrund zahlreiche phantastische Elemente aufweist und auch eine kritische Darstellung des Literaturbetriebs in der Sowjetunion liefert, ist die Geschichte Banews als Dystopie mit einer rätselhaften Handlung und diversen schillernden Figuren angelegt. Nicht zuletzt gibt es eine Menge von Motiven, die die beiden Ebenen miteinander verzahnen. Es ist nicht verwunderlich, dass der Roman, wie Boris Strugatzki im kommentierenden Nachwort betont, in den 80er Jahren von den Brüdern „für die Schublade“ geschrieben worden sei. Es handelt sich zweifellos um das erzählerische Prunkstück dieses letzten Bandes der Werkauswahl.

Technisch ist das eBook, das ich gelesen habe, allerdings extrem schlecht produziert: Nicht nur finden sich auf vielen Seiten Leerzeichen mitten in einzelnen Wörtern, was den Lesefluss extrem stört, sondern es sind auch die erläuternden Anmerkungen des Anhangs im Haupttext nicht verlinkt oder auch nur markiert, so dass der Leser vollständig ahnungslos bleibt, welche Stellen kommentiert wurde. Solch ärgerliche Stümperei darf bei einem kommerziellen eBook nicht vorkommen.

Arkadi und Boris Strugatzki: Gesammelte Werke 6. Aus dem Russischen von Helga Gutsche (Fünf Löffel Elixier) und zusammen jeweils mit Peter Klassen (Der Montag fängt am Samstag an), David Drevs (Das Märchen von der Troika) und Erika Pietraß (Das lahme Schicksal); Erik Simon (Anhang). München: Heyne, Kindle-Edition, 2014. 1040 Seiten (Buchausgabe). 9,99 €.

E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder (4. Band)

Auf ein zweites Zeichen des Oberhofmarschalls Turneps ging nun ein tausendstimmiger Jubel los, die Bollenartillerie feuerte ihr Geschütz ab und die Musiker der Karottengarde spielten das bekannte Festlied: Salat-Salat und grüne Petersilie!

Der vierte und abschließende Band der Serapionsbrüder erschien im Mai 1821, also ein gutes Jahr vor Hoffmanns Tod.* Die nun wieder komplett versammelten literarischen Freunde sitzen im Spätherbst beisammen; den Auftakt zum siebten Abschnitt macht ein Gespräch über die Konversationskunst, also darüber, wie man ein gepflegtes Gespräch unterhält. Es folgt als erste Erzählung die umfangreiche Novelle

  • Signor Formica (Ot)**, die mit einer Entschuldigung für ihre Weitschweifigkeit eingeleitet wird, wobei sich Hoffmann als Vorbild auf Boccaccio beruft. Die Erzählung beginnt als Künstlernovelle, in der der schon bekannte Maler Salvator Rosa bei seiner Ankunft in Rom erkrankt und nach einigen Umständen den Wundarzt Antonio Scacciati kennenlernt, der heimlich ebenfalls als Maler arbeitet und eine entsprechende künstlerische Ausbildung bei bedeutenden Meistern durchlaufen hat. Rosa gelingt es durch einen Trick, ein Werk Scacciatis an der römischen Akademie durchzusetzen. Dieses Bild bildet nun den Übergang zu einer Liebesnovelle: In die im Bild als Maria Magdalena portraitierte junge Marianna ist Scacciati selbstredend verliebt, und Rosa verspricht ihm, dass er ihm helfen werde, um diese Geliebte zu werben. Der Rest des Novelle schildert nun die umständlichen Versuche, Marianna aus den Klauen ihres Onkels, der sie ebenfalls heiraten will, zu befreien und an Ende zu entführen.
  • Nach dieser weitgehend klassischen Liebesnovelle und einer sich daran anschließenden Kritik der aktuellen Komödien folgen zwei für die bisherigen Bände der Serapionsbrüder eher ungewöhnliche Stücke: zum einen ein Gespräch über den sehr kontrovers rezipierten zeitgenössischen Dichter [Zacharias Werner] und zum anderen das kurze Fragment Erscheinungen (Cy), das einmal mehr Hoffmanns Erfahrungen bei der Belagerung Dresdens im Jahre 1813 thematisiert. Die Diskussion um Zacharias Werner, mit dem Hoffmann nicht nur eine persönliche Bekanntschaft, sondern auch so manches biographische Detail verband, dürfte für heutige Leser nur noch historischen Wert haben. Die Erscheinungen wiederum liefert Hoffmann gleich in zwei Lesarten: einer phantastischen Erzählung und einer Auflistung jener tatsächlichen Begebenheiten, die in ihr geschildert werden. Man darf getrost davon ausgehen, dass das Fragment für Hoffmann einerseits persönlich sehr wichtig war, ihm aber andererseits klar war, dass kaum jemand mit diesem kurzen Text würde etwas anfangen können. Zu der lange geplanten und immer wieder aufgeschobenen Verarbeitung des gesamten Dresden- Komplexes ist Hoffmann dann nicht mehr gekommen.

Der siebte Abschnitt endet mit der Schilderung einer improvisierten italienischen Nonsens-Oper, die die Freunde „gewaltsam aufgeregt zu toller Lust“ in die Nacht entlässt.

Der achte Abschnitt beginnt nach einer denkbar kurzen Einleitung mit der Erzählung

  • Der Zusammenhang der Dinge (Sy) – in der Rahmenhandlung eine Satire auf das Leben des Adels, das sich in nichtssagenden Ritualen und leeren Gesten erschöpft. Erzählt wird von zwei jungen Baronen, die miteinander aufgewachsen sind. Der eine von ihnen, Ludwig, hat einen etwas exaltierten Charakter und ist ständig in das nächstbeste Frauenzimmer verliebt, wirbt aber zugleich um die Hand der Grafentochter Viktorine. Der andere, Euchar, ist ein stiller, in sich gekehrter junger Mann, der Ludwig zwar die Treue hält, sich im Übrigen aber von der Albernheit der ihn umgebenden Gesellschaft weitgehend fern hält. In einer Binnenerzählung, die Euchar bei einer ästhetischen Teegesellschaft zum Besten gibt und die von den Abenteuern seines vorgeblichen Freundes Edgar im Spanischen Befreiungskrieg berichtet, werden Elend und Not der Wirklichkeit in die isolierte Adelswelt hereingeholt.
  • Nach einem kurzen Gespräch der Serapionsbrüder über historische Romane und dem Lob Walter Scotts, kommen die Freunde auf das Phänomen des [Vampyrismus] zu sprechen. Dazu passend erzählt Cyprian eine kurze, reine Schauergeschichte, in der eine junge Frau nach dem Tod ihrer unheimlichen Mutter selbst dem Schrecklichen verfällt.
  • Es folgt die sehr kurze Parodie [Die ästhetische Teegesellschaft] (Ot), die sich sowohl über die belanglose Mode der zeitgenössischen Laien-Dichtung als auch über die ihr entgegengebrachte Begeisterung eines sich literarisch gebildet dünkenden Publikums lustig macht.
  • Das Prunk- und Abschlussstück des Bandes aber ist Die Königsbraut (Vi), ein zuvor bereits mehrfach angekündigtes Märchen, in dem Hoffmann einmal mehr sein phantastisches und humoristisches Talent spielen lässt. Erzählt wird das Abenteuer des jungen Fräuleins Ännchen von Zabelthau, die mit ihrem etwas vergeistigten Vater in ärmlichen Verhältnissen auf dem väterlichen Gutshof lebt. Verlobt ist sie dem Studenten Amandus von Nebelstern, und es ist auch schon alles geregelt zwischen den jungen Leuten, als Ännchen eines Tages in ihrem Gemüsegarten einen Ring findet, durch den eine Karotte gerade hindurchgewachsen ist. Unbedacht streift sie den Ring über und findet sich unversehens mit dem Gemüsekönig Daucus Carota I. verlobt. Ob und wie sie aus dieser Not aufs Umständlichste gerettet werden kann, soll bitte jede und jeder selbst nachlesen.

Der vierte Band der Serapionsbrüder bringt noch einmal eine breite Palette der Hoffmannschen Erzählkunst von der historischen Künstlernovelle über Satire und Schauergeschichte bis hin zum phantastischen, humoristischen Märchen. Zugleich zeigt sich aber auch einmal mehr, dass Hoffmann nicht nur als Unterhaltungsautor seiner Zeit wahrgenommen werden sollte.

Alles in allem dürften besonders die Märchen, die in den Bänden 1, 2 und 4 jeweils den Abschluss bilden, den Hauptteil des Erfolges tragen, den die Sammlung bis heute hat. Aber natürlich wirken auch weiterhin Stücke wie Die Bergwerke zu Falun oder Das Fräulein von Scuderi nach, ganz abgesehen von Hoffmanns nicht zu unterschätzendem stilistischen Einfluss auf die phantastische Literatur des 19. und 20. Jahrhundert.

E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder. Sämtliche Werke 4. Hg. v. Wulf Segebrecht. Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag, 2001. Leinen, Fadenheftung, zwei Lesebändchen, 1679 Seiten. Diese Ausgabe ist derzeit nur als Taschenbuch lieferbar.


* – Grundsätzliches zu Die Serapionsbrüder findet man in der Besprechung des ersten Bandes.

** – Titel in eckigen Klammern tauchen nicht im Original auf; die Kürzel in Klammern hinter den Titeln zeigen an, welcher der Serapionsbrüder die Erzählung vorträgt.

E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder (3. Band)

Die Freunde waren darin einig, daß nichts so toll und wunderlich zu ersinnen, als was sich von selbst im Leben darbiete.

Der dritte Band der Serapionsbrüder erschien im September 1820, ein Jahr nach dem zweiten.* Wie um diese Zeitspanne zu thematisieren, lässt Hoffmann den fünften Abschnitt mit dem Hinweis beginnen, dass mehrere Monate seit dem letzten Treffen der Freunde vergangen seien. Theodor war in der Zwischenzeit ernstlich erkrankt und von Lothar gepflegt worden; die andere inzwischen vier Serapionsbrüder waren aus unterschiedlichen Gründen von Berlin abwesend. Nun bietet die Rückkehr Ottmars den Anlass, die Gesundung Theodors zu feiern und einen weiteren literarischen Abend miteinander zu verbringen. Die Rückkehr Cyprians wird vorerst aufgespart, um in die Schauergeschichte Der unheimlich Gast einen kleinen, ironisierenden Knalleffekt einbauen zu können.

Das Gespräch der drei Freunde, diesmal unter freiem Himmel in einer Gartengaststätte, knüpft an Der Kampf der Sänger aus dem vorhergehenden Band an: Lothar habe sich, durch diese Geschichte angeregt, nun selbst mit alten Chroniken befasst und dort vorzüglich auf das Treiben des Teufels – der ja auch im Kampf der Sänger eine nicht unwichtige Rolle spielt – Acht gegeben. Er belegt dies auch sogleich durch die eher anekdotische Erzählung [Aus dem Leben eines bekannten Mannes] (Lo)**, die von einer unglücklichen Geburt und der anschließenden Verleumdung der Hebamme als Hexe und ihrer Verbrennung berichtet. Nach einem kurzen Exkurs über das reale Leid der Hexenprozesse und das Spiel der romantischen Phantasie mit solchen Motiven des Unheimlichen, folgen zwei Geister- bzw. Schauergeschichten:

  • Die Brautwahl (Lo) erzählt in humoristischer und stark ironischer Weise eine verwickelte Liebeskomödie im zeitgenössischen Berlin. Im Zentrum steht der Goldschmied Leonhard, der seinem Schützling Edmund, einem jungen Maler, mit zauberischen Mitteln zu seiner Angebeteten Albertine verhilft, die aber durch ihren Vater schon dem Geheimen Kanzlei-Sekretät Tusmann versprochen ist. Zur Auflösung stiehlt Hoffmann aus Shakespeares Kaufmann von Venedig die Kästchenwahl; er erfindet sogar einen sonst gänzlich unnützen dritten Bewerber um die Gunst Albertines hinzu, um das Motiv vollständig kopieren zu können. Hübsch ist dann auch, dass Hoffmann bei aller Zitierung der Shakespeareschen Komödien seinen Lesern ein Komödienende schließlich verweigert. Stil und Ton der Erzählung dürften später ein wichtiges Vorbild für Bulgakows Der Meister und Margarita geliefert haben.
  • Der unheimliche Gast (Ot) ist eine schauerliche Liebesgeschichte, in der ein Graf in der Familie eines Obristen auftaucht – der Obrist selbst ist dem Grafen durch frühere Gefälligkeiten verpflichtet – und dort durch magnetisch-hypnotischem Einfluss die Gefühle einiger junger Leute durcheinanderbringt. Auch hier versucht Hoffmann, wie oben bereits angedeutet, die schlimmsten Klischees des Genres zu ironisieren, was aber nicht so ganz gelingt. Die literarischen Freunde stellen denn auch fest, dass derlei Figuren wie der fremde Graf schon Überhand genommen haben und man sie leid geworden ist.

Auch der sechste Abschnitt hat als Ort die Gartenwirtschaft; nun sind wieder alle sechs Serapionsbrüder versammelt: Die Rückkehr Sylvesters nach Berlin ist durch die erfolgreiche Uraufführung eines Theaterstücks aus seiner Feder veranlasst. Der Abschnitt beginnt denn auch mit einem Gespräch über die Nöte der Dramatiker, die ihre Stücke an Regisseur und Schauspieler ausliefern müssen. Den Band beschließen drei Erzählungen:

  • Das Fräulerin von Scuderi (Sy) ist eine lange Erzählung, die als erste Kriminalerzählung überhaupt angesehen wird. Auch in diesem Fall ist die ursprüngliche Quelle die Wagenseilsche Chronik – die schon Pate für den Kampf der Sänger gestanden hatte –, die von einer Mord- und Diebesserie im Frankreich Ludwig XIV. berichtet. In Mittelpunkt steht das titelgebende, alte Fräulein von Scuderi, das am Hofe verkehrt und auf merkwürdige Weise in die Verbrechensserie hineingezogen wird. Der Leser darf nach modernen Maßstäben keine zu streng gearbeitete Kriminalhandlung erwarten, aber die eigentliche Spannung des Stücks wird schon aus der falschen Beschuldigung eines Verdächtigen und dem endlichen Nachweis seiner Unschuld gezogen. Das Stück ist aber erzählerisch noch weit von Edgar Allan Poes The Murders in the Rue Morgue, also der Erfindung des analytischen Detektivs entfernt.
  • Spieler-Glück (Th) ist eine etwas dünn geratene, mehrfach verschachtelte Erzählung über Kartenspieler, die alle von einer unglaublichen Glückssträhne heimgesucht und ins oder wenigstens beinahe ins Verderben gestürzt werden. Da es Hoffmann nicht wirklich gelingt, den psychologischen Typus des Spielers zu erfassen, bleiben die Protagonisten alle etwas vage und schwankend. Hoffmann bemerkte schon, dass in der Spielsucht ein Motiv steckt, dass dem Unheimlichen verbunden ist, aber die Erzählung gelingt letztlich nicht.
  • Den Abschluss bildet die kurze humoristisch-musikalischen Anekdote [Der Baron von B.] (Cy), in der ein reicher Musikkenner und eingebildeter Geigenvirtuose eine große Rolle im Berliner Musikleben spielt.

Wird fortgesetzt …

E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder. Sämtliche Werke 4. Hg. v. Wulf Segebrecht. Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag, 2001. Leinen, Fadenheftung, zwei Lesebändchen, 1679 Seiten. Diese Ausgabe ist derzeit nur als Taschenbuch lieferbar.


* – Grundsätzliches zu Die Serapionsbrüder findet man in der Besprechung des ersten Bandes.

** – Titel in eckigen Klammern tauchen nicht im Original auf; die Kürzel in Klammern hinter den Titeln zeigen an, welcher der Serapionsbrüder die Erzählung vorträgt.

E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder (2. Band)

Mann! es streitet gegen alle Ehrbahrkeit mit dem Teufel Knicker zu spielen.

Wiederaufnahme der Lektüre, die vor mehr als zwei Jahren unterbrochen wurde. Grundsätzliches zu Die Serapionsbrüder wurde bereits bei der Besprechung des ersten Bandes gesagt und soll hier nicht wiederholt werden.

Auch der zweite Band präsentiert zwei Abendunterhaltungen der literarischen Freunde Theodor, Cyprian, Ottmar und Lothar. Den Auftakt zum ersten Abend des zweiten Bandes (also des dritten Abschnittes des gesamten Werks) macht ein ausführliches Gespräch über den Mesmerismus, einer Modeerscheinung des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts, die – ähnlich wie die Homöopathie heute – auf unzureichender rationaler Grundlage zahlreiche Erfolge durch Placebo-Effekte verbuchen konnte. Das Thema wird von den Freunden kontrovers diskutiert, auch wird ein besonders eindrückliches Beispiel als geschickter Betrug entlarvt, doch kommen die Freunde am Ende zu keinem eindeutigen Urteil in der Sache.

Es folgen vier Erzählungen:

  • Der Kampf der Sänger (Cy)*: Eine wirkungsmächtige Bearbeitung der Sage vom Sängerkrieg auf der Wartburg. Hoffmann verweist gleich zu Anfang auf seine hauptsächliche Quelle (Johann Christoph Wagenseils Geschichte der Stadt Nürnberg), behandelt den Stoff anschließend aber durchaus eigenständig und frei. Seine beiden Protagonisten sind Heinrich von Ofterdingen (Novalis’ Fragment war bereits 1802 im Druck erschienen) und Wolfram von Eschenbach (bei Hoffmann in der altertümelnden Schreibung Wolfframb von Eschinbach), die als wettstreitende Freunde nicht nur um den Preis des besten Sängers streiten, sondern auch um die Liebe der jung verwitweten Gräfin Mathilde. Heinrich versucht seine Chancen dadurch zu erhöhen, dass er – durch den Teufel dazu verführt – sein natürliches Talent durch die regelhafte Kunst des Meisters Klingsohr zu verbessern trachtet, was aber nur insofern gelingt, als dass die nun von ihm praktizierte Sangeslust zwar technisch überzeugen kann, die Gefühle des Zuhörer aber wenig bewegt. All das spitzt sich zu einem Wettbewerb zwischen Heinrich und Wolfram zu, der um den Preis des Lebens geführt wird. Ob und wenn, wie alles gut ausgeht, soll hier natürlich nicht verraten werden.
  • Ein kurzes Intermezzo bildet dann [Eine Spukgeschichte] (Cy), die die beiden bisherigen Themen des Bandes sozusagen überbrückt: Auch in ihr wirkt die Geisterwelt auf überraschende Weise auf die reale Welt ein.
  • Die Automate (Th): Eine weitere Variation des bereits im Sandmann so wirkungsvoll behandelten Themas der zu Hoffmanns Zeit so beliebten und viel diskutierten Vaucansonschen Automaten. Ausgangspunkt ist auch hier ein Fall, der unter dem starken Verdacht stehen muss, einen Betrug darzustellen, doch auch hier ist die Wirkung, die durch einen weissagenden, vorgeblich mechanischen Türken beim Publikum erzielt wird, rational kaum zu erklären. Die Erzählung bringt sich etwas um ihre Wirkung, da die in sie eingeflochtene Liebesgeschichte nicht zu Ende erzählt wird. Theodor versucht zwar, das Fragment als eine eigenständige Kunstform lobzupreisen, doch hilft das der Geschichte selbst nicht wirklich auf.
  • Doge und Dogaresse (Ot): Eine in Venedig angesiedelte Erzählung über zwei junge Liebende, die seit der Kindheit getrennt und sehr unterschiedlichen Schicksalen unterworfen, einander am Ende doch finden, nur um dann vom Erzähler auf das Schmählichste enttäuscht zu werden. Die Liebesgeschichte hat zweifellos ihren Reiz, wird aber dadurch ironisiert, dass der Erzähler mit dem unwahrscheinlicher Weise doch zusammengeführten Liebespaar gar nichts anzufangen weiß. Man kann das Ende amüsiert zur Kenntnis nehmen, aber die meisten werden die rüde Art Hoffmanns doch Übel nehmen.

Der vierte Abschnitt beginnt ähnlich dem dritten mit einer theoretischen Diskussion der Freunde, zu denen nun noch Sylvester und Vinzenz als Teilnehmer hinzutreten. So beginnt dieser Abend mit einer theoretischen Abhandlung:

  • [Alte und neue Kirchenmusik] (Th): Hoffmanns Überlegungen nehmen ihren Ausgang bei den Neuerungen, die in Beethovens Messe in C-Dur zutage treten. Von dort ausgehend werden in der Hauptsache die Kirchenmusik Palestrinas, Händels und Johann Sebastian Bachs lobend besprochen, während Zweifel daran formuliert werden, ob bei der schwindenden Frömmigkeit von Komponisten und Publikum die damaligen Leistungen aktuell noch wiederholt werden können.
  • Meister Martin der Küfner und seine Gesellen (Sy): Die Erzählung nimmt, ebenso wie Doge und Dogaresse, ihren Ausgang bei einem – leider verlorenen – Gemälde Karl Wilhelm Kolbes, eines bekannten und preisgekrönten Malers der Zeit. Kern der Erzählung bildet das Werben dreier Gesellen um die Tochter des stolzen Nürnberger Küfner-Meisters Martin, der seine Rosa nur einem Küfner-Meister zur Frau geben will. Es arbeiten deshalb in seiner Werkstatt gleich drei Gesellen, die das Handwerk nur deshalb ausüben, weil sie sich in Rosa verliebt haben; zwei sind Künstler, einer ein verkappter Adeliger. Natürlich scheitern alle Bewerber an der Spannung zwischen dem niederen Handwerk und ihrer wahren Berufung, doch geht am Ende, wie sich das für eine ordentliche Liebeskomödie der Romantik gehört, alles gut aus.
  • Den Beschluss des zweiten Bandes bildet ein Märchen, das ausdrücklich als kindgerechteres Pendant zu Nussknacker und Mausekönig, dem Abschlussstück des ersten Bandes vorgestellt wird: Das fremde Kind (Lo) erzählt ebenfalls die Abenteuer eines Geschwisterpaares, die mit dem Reich des Phantastischen – in diesem Fall mit märchenhaften Naturgeistern – in Berührung kommen. Die Erzählstruktur ist weitaus schlichter als im Nussknacker, die phantastischen Motive schlichter und die Verteilung von Gut und Böse klarer. Zwar wird auch dieses Märchen von den Zuhörern als nicht schlicht genug kritisiert, um ein echtes Kindermärchen zu sein, aber immerhin soll es als „Märchen für kleine und große Kinder“ durchgehen.

Wird fortgesetzt …

E. T. A. Hoffmann: Die Serapionsbrüder. Sämtliche Werke 4. Hg. v. Wulf Segebrecht. Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag, 2001. Leinen, Fadenheftung, zwei Lesebändchen, 1679 Seiten. Diese Ausgabe ist derzeit nur als Taschenbuch lieferbar.


* – Titel in eckigen Klammern tauchen nicht im Original auf; die Kürzel in Klammern hinter den Titeln zeigen an, welcher der Serapionsbrüder die Erzählung vorträgt.

Salman Rushdie: Quichotte

Solche Geschichten gehen alles in allem nicht gut aus.

Georg Christoph Lichtenberg hat einmal gemeint:

Ob ich gleich weiß, daß sehr viele Rezensenten die Bücher nicht lesen die sie so musterhaft rezensieren, so sehe ich doch nicht ein was es schaden kann, wenn man das Buch lieset, das man rezensieren soll.

Georg Christoph Lichtenberg: Schriften und Briefe I. München: Hanser, 1968. S. 659. [J 46]

Woran allein man gut erkennen kann, dass Lichtenberg mit der Literatur unserer Zeit nicht hinreichend bekannt war. Denn die meisten Rezensionen zu Salman Rushdies neuem Roman, in die ich hineingeschaut habe, werden mit dem Buch spielend fertig, weil ihre Verfasser das Buch offenbar nicht oder wenigstens nur flüchtig gelesen haben. Hat man dagegen den Roman und halbwegs gründlich gelesen, sieht man sich vor die herkulische Aufgabe gestellt, das Buch in aller Kürze vorzustellen zu sollen, ohne es entweder in einem vollständig falschen Licht erscheinen zu lassen oder sich komplett in kryptisches Raunen zu verlieren. Versuchen wir es dennoch:

Erzählt wird diese Geschichte auf mindestens zwei fiktionalen Ebenen – Arno Schmidt hätte von einem Längeren Gedankenspiel gesprochen –, erstens der des fiktiven Schriftstellers Sam DuChamp (das ist nur sein Pseudonym, seinen wahren Namen erfahren wir nicht), eines mäßig erfolgreichen Verfassers von Agenten-Thrillern, der gerade dabei ist die Geschichte eines Quichottes des 21. Jahrhunderts zu schreiben, die die besagte zweite Ebene bildet. Dieser Schriftsteller, der wie die meisten Figuren dieser Ebene nur nach seiner verwandtschaftlichen Beziehung benannt wird, Bruder also, lebt in New York und ist seit vielen Jahren mit seiner Schwester, Schwester genannt, zerstritten, nachdem er ihr vorgeworfen hatte, sich am väterlichen Erbe betrügerisch bereichert zu haben. Schwester ist Rechtsanwältin und lebt, verheiratet mit einem Richter, mit dem sie die Tochter Tochter hat, in London. Sie steht kurz vor dem Gipfel der gesellschaftlichen Anerkennung, da sie Sprecherin des englischen Oberhauses werden soll. Aber auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt.

Weder Bruder noch Schwester sind ihre Karrieren an der Wiege gesungen worden: Beide stammen – wie der sie erfindende Autor Salman Rushdie – aus Bombay. Auch der von Bruder erfundene Quichotte stammt aus dieser Stadt, lebt aber ebenfalls schon lange in den USA; er ist etwa 70 Jahre alt, wird zu Anfang des Buches von seinem Cousin zwangspensioniert – er hat zuletzt als Pharmavertreter gearbeitet. An seine Vergangenheit kann er sich nur lückenhaft erinnern, da er früher einmal einen Schlaganfall erlitten hat; seitdem ist er etwas wunderlich geworden, verbringt seine Freizeit hauptsächlich vor dem Fernseher (das sind seine Ritterromane!) und ist verliebt in die ebenfalls aus Indien stammende Talkshow-Moderatorin Salma R. (!) In die Freiheit des Ruhestandes entlassen, begibt er sich auf eine Quest, Salmas Liebe zu erlangen. Um den langen Weg nach New York nicht alleine zurücklegen zu müssen, erfindet er sich einen Sohn, Sancho, der auf gewisse Weise eine dritte fiktionale Ebene in das Buch einzieht. Dieser erfundene Sohn, obwohl zuerst eindeutig ein Gedankenprodukt Quichottes, gewinnt rasch an Selbstständigkeit und wird zur dritten Hauptfigur des Romans. Er erweist sich dabei weniger als ein Abbild des Sancho Pansa des Cervantes, sondern ist offenbar an Collodis Pinocchio entlang erfunden.

Das Buch erzählt in alternierenden Abschnitten die Geschichten Quichottes, Bruders und schließlich auch Sanchos. Dabei nutzt Rushdie alle Freiheiten des traditionellen pikarischen Romans: Immer wieder finden sich Nebengeschichten und unvorbereitete Abschweifungen, Pfade der Erzählung, die letztlich nirgends hin führen, fantastische Einschübe, albtraumhafte Sequenzen und was der Tricks mehr sind. Die Flut der Anspielungen auf Literatur, aber besonders auch auf Film und Fernsehen ist überwältigend – allein mit der Aufzählung der Offensichtlichsten ließen sich Seiten füllen –; ganz nebenbei wird ein Agententhriller eigebaut, in den Bruders Sohn Sohn verwickelt ist; es wird die Opioid-Sucht in der amerikanischen Gesellschaft thematisiert; der alltägliche Rassismus in den USA kommt ebenso vor wie das Problem des Kindesmissbrauchs in Familien; und nicht zuletzt sind auch Verschwörungstheoretiker prominent vertreten und ein wirtschaftlich erfolgreiches Genie, das den Weltuntergang prophezeit und die Menschheit auf die Erde eines Paralleluniversums hinüber retten will. Und bei all diesen Wendungen und Themen findet Rushdie immer erneut einen Weg, sie auf den Ritter von der traurigen Gestalt und seinen verzweifelten Kampf gegen die Realität zu­rück­zu­be­zie­hen.

Ich weiß wohl, dass Rushdies Bücher immer so sind, wenn ich auch von seinen Romanen zu wenige gelesen habe, um dieses Vorurteil tatsächlich inhaltlich füllen zu können, aber es hat mich überwältigt. Dieses Buch ist von einem Reichtum an Erfindung, einer Freiheit der Phantasie, einer Stringenz des Gedankens und nicht zuletzt einem so souveränen Humor, dass ihm eine Besprechung wohl nicht gerecht werden kann. Um auch mit Lichtenberg zu schließen, sei einmal mehr gesagt:

Wer zwei Paar Hosen hat, mache eins zu Geld und schaffe sich dieses Buch an.

Ebd. S. 359. [E 79]

Salman Rushdie: Quichotte. Aus dem Englischen von Sabine Herting. München: C. Bertelsmann, 2019. Pappband, 461 Seiten. 25,– €.